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Korruption: Auftrag gegen Schmiergeld

Korruption: In vielen Unternehmen und Institutionen ein Problem (Symbolfoto: shutterstock.com/lunopark)

Beispiele für Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung kennen Sonderermittler genügend. Korruption in großen Konzernen, Vorteilsgewährung in öffentlichen Behörden, Schmiergeld in der Politik, Gefälligkeiten in mittelständischen Unternehmen (KMU). Wer etwas will, zahlt manchmal in bar. Viel häufiger aber sind es  kleine Aufmerksamkeiten, von denen sich jemand eine Gegenleistung erhofft. Wie du mir, so ich dir – das ist die Gepflogenheit, wenn es um guten Champagner und ein Essen im Edel-Restaurant, um Lustreisen und  Bordellbesuche, um schicke Autos und die neue Terrasse fürs Eigenheim geht. »Ich habe da noch ein schickes Auto, das wollte ich eigentlich nicht abgeben, aber wir werden uns da schon einig« – so ähnlich waren etwa die Worte eines Spediteurs an den Versandchef und Autofan. Dass seine Laster von da an täglich an der Rampe des Versenders hielten, war sicherlich kein Zufall mehr, sondern ein Fall von Bestechung und Bestechlichkeit.

Korruption trotz Compliance

Korruption wird für Unternehmen schnell zur existenziellen Gefahr. Ein Sonderermittler mit mehr als zwanzigjähriger Berufserfahrung weiß zu berichten: »Wenn Angestellte  Firmenaufträge aus eigenen Interessen vergeben, spielen wirtschaftliche Erwägungen im Sinne des Unternehmens überhaupt keine Rolle mehr.« Da wird Material bestellt, obwohl es woanders viel billiger wäre, werden Speditionen beauftragt, obwohl andere Fuhrunternehmer wesentlich günstigere Angebote unterbreitet haben. »Wenn solche Machenschaften auffliegen, ist der Schaden für das Unternehmen häufig schon immens«, weiß der Kriminalist. Schlecht sind korrumpierte Mitarbeiter nicht nur für die Firmenkasse – die Erfahrung zeigt, dass der Imageschaden häufig noch viel größere wirtschaftliche Einbußen nach sich zieht.

Sonderermittler für interne Ermittlungen

Wichtig ist es deshalb, Korruption vorzubeugen und sie so früh wie möglich zu enttarnen. Doch: Wie erkennen Vorgesetzte, ob ihre Mitarbeiter sich an die Regeln oder Compliance-Richtlinien halten? Welche Zeichen lassen auf Korruption Schließen? Und auch für die Angestellten in Unternehmen gibt es Unsicherheiten: Wann werden unbedenkliche, kleine Aufmerksamkeiten zu Annehmlichkeiten, die Verpflichtungen oder zumindest ein Gefühl der Verpflichtung entstehen lassen? Ist der Cognac zu Weihnachten noch okay und die Einladung auf die Formel-1-Tribüne schon nicht mehr? Gut geschulte Sonderermittler bieten zu diesen schwierigen Themen Aufklärung – und die muss nicht immer zwingend an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden. Vielmehr geht es vielfach darum, Polizei und Staatsanwaltschaft erst gar nicht auf den Plan zu rufen, weil das ungewünschte Aufmerksamkeit mit sich ziehen kann. Stattdessen sollen die gerichtsverwertbaren Beweise dazu dienen, eigene innerbetriebliche Maßnahmen zu treffen und gegen kriminelle Mitarbeiter und ihre Mittäter auf anderen rechtlichen Wegen vorgehen zu können.